Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat dem Online-Anbieter 711 B.V. eine Geldbuße in Höhe von 886.000 Euro auferlegt, da das Unternehmen die Spielerfürsorge unzureichend handhabt. Die Behörde gab die Entscheidung nach einer Überprüfungsphase bekannt, die von Februar 2022 bis Juni 2024 lief.
Ergebnisse der Untersuchung
Die behördliche Prüfung untersuchte zehn ausgewählte Spielerkonten und identifizierte wiederkehrende Mängel bei der Verfolgung hoher finanzieller Verluste, Wettermustern über mehrere Tage sowie Aktivitäten in Spätschichten. Die KSA-Prüfer stellten fest, dass 711 B.V. keine ausreichende Verhaltensanalyse durchführte und keine angemessenen Beschränkungsmaßnahmen ergriff, wodurch mehrere Konten erhebliche Verluste anhäufen konnten. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen erklärte, dass „nicht alle Anbieter die Fürsorgepflicht ab dem Marktstart gleich gut organisiert haben“, und bestätigte, dass aktualisierte Anforderungen an die Spielerfürsorge diese Überwachungslücken nun beheben.Weitere behördliche Maßnahmen
Die Behörde hat zudem der Tochtergesellschaft TOTO online der Nederlandse Loterij eine Abmahnung wegen Verstoßes gegen Werbeeinschränkungen erteilt. Die Plattform warb in sozialen Netzwerken für eine 5-Euro-Wette-Kampagne, bei der acht professionelle Fußballvereine signierte Merchandise-Artikel anboten. Die KSA betont, dass lizenzierte Anbieter die Spieleraktivitäten kontinuierlich überwachen und Kontobeschränkungen anwenden müssen, wenn Risikokennzahlen auftreten.Zu Beginn dieses Jahres verhängte die KSA gegen Novatech eine Geldbuße in Höhe von 25.000.000 Euro wegen unzureichender Geo-Blocking- und Altersverifizierungsverfahren. Die Behörde erteilte zudem Polymarket, betrieben von Adventure One QSS, eine Compliance-Anordnung; das Unternehmen sieht sich einer möglichen Geldbuße von bis zu 84.000.000 Euro gegenüber, da es Prognosemarktdienste ohne niederländische Lizenz angeboten hat.